Schweizer Quellensteuer auf Dividenden – nein danke!

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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9 Responses

  1. Mario sagt:

    >>Zunächst einmal stellte mir meine Depotbank mit dem Dividendenauszug automatisch einen Tax Voucher aus.

    Wie heisst denn die Bank? Die Deutsche Bank stellt sich bei mir ziemlich hartleibig an …

  2. Manfred Melz sagt:

    im Formular 85 müssen die Beträge in CHF angegeben werden !,
    die Bank erstellt (z.B. bei Nestle ISIN 883723) die Abrechnung aber
    in Euro ! Was nun ?

    • Stimmt, aber die Bank gibt auf der Dividendengutschrift zunächst einmal den Dividendensatz in CHF an. Dann weist sie dort die Bruttodividende in CHF aus, auf die sie dann die Quellensteuer in Abzug bringt. Die Endsumme (auch in CHF) rechnet sie dann zum tagesaktuellen Devisenkurs um und zahlt sie Ihnen in Euro aus.

      Sie haben also alle Angaben, die Sie den Schweizer Behörden in das Formular 85 eintragen können. Ihre Erstattung wird Ihnen dann in CHF überwiesen und dann sehen Sie, dass die Banken sich erstmal nen fetten Teil von der Überweisung einverleiben und dann in Euro umrechnen und gut schreiben. Das ganze lohnt sich daher – wie ich oben schrieb – nicht zuletzt wegen der hohen deutschen Bankgebühren für Überweisungen aus dem Ausland in fremder Währung nur bei einem entsprechend hohem Aktienbestand, oder aber man sammelt die Dividenden über 3 Jahre. Auf jeden Fall sollte man sich vorher ausrechnen, ob sich der Aufwand bei einem kleinen Posten Schweizer Aktien auch lohnt.

  3. Micha sagt:

    Und wenn nun auf der Dividendengutschrift keine CHF ausgewiesen sind sondern nur us$ und € ? z.b. WKN 883723 (NESTLE)
    Auf dem Formular 85 aber CHF verlangt werden?
    Ich bin echt ratlos. Weiss jemand weiter?
    D A N K E !!

    • Kristian Kretschmann sagt:

      Bei WKN 883723 handelt es sich nicht um die Aktie von Nestle, sondern um ein spons. ADR. Das ist natürlich etwas anderes, denn ADR sind im Prinzip keine Aktien, sondern
      auf Dollar lautende, von amerikanischen Depotbanken (depositary banks) in
      Amerika ausgegebene Aktienzertifikate, die eine bestimmte Anzahl hinterlegter
      Originalaktien eines ausländischen Unternehmens verkörpern und an ihrer Stelle
      am amerikanischen Kapitalmarkt wie Aktien gehandelt werden.

      Wenn Sie ein ADR kaufen, dann kaufen Sie im Grunde nicht die Aktie, sondern ein
      Papier, herausgegeben von einer Bank (z.B. der Bank of New York), das einen
      Anspruch auf diese Aktien verbrieft. Ich bin kein Steuerexperte, denke aber,
      dass sich die Schweizer Behörden sich hier nicht zuständig fühlen werden und Sie
      an die USA verweisen, da dort auch die Quellensteuer erhoben wurde.

  4. Micha sagt:

    Hallo Herr Kretschmann
    vielen Dank für die umfassende und schnelle Antwort.
    Sie haben Recht. Ich hatte solche ADRs besessen und glaubte wirklich die Nestle Aktie gekauft zu haben.
    Nachdem ich in der Schweiz bei der Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV nachgefragt habe wurde mir geraten, die Werte von den ‘echten Aktien’ in SFR zu nehmen und diese würden anerkannt werden.
    Nochmals D A N K E :-))

    Micha

  5. Dennis sagt:

    Hallo Herr Kretschmann,
    vielen Dank für Ihren Artikel. Die Rückerstattung von 20% der Quellensteuer von der Schweizer Behörde habe ich mittlerweile verstanden. Unklar ist mir allerdings, wie ich die restlichen 15% über die Abgeltungssteuer zurückerhalte, sofern für das zugrundeliegende Jahr der Freibetrag noch nicht vollständig ausgenutzt wurde. Geschieht dieser Prozess automatisch bei Einreichung der Unterlagen beim deutschen Finanzamt?
    Danke und Viele Grüße

    • Kristian Kretschmann sagt:

      Die restlichen 15% haben nichts mit der Abgeltungssteuer zu tun. Nochmal zur Verdeutlichung: Angenommen Sie besitzen Novartis Aktien und bekämen 1.000 CHF Dividende: Zunächst behält das Schweizer Finanzamt 35 % ein, Sie bekommen 650 CHF Dividende. Eigentlich würden JETZT auf diese 650 CHF nochmal vom Deutschen Fiskus 25% Abgeltungssteuer fällig, es blieben nur 400 CHF übrig. DAS aber wäre eine Doppelbesteuerung, die durch das Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz ausgeschlossen ist. Genau dieses Doppelbesteuerungsabkommen besagt aber auch, dass 15% der von der Schweiz einbehaltenen Steuer auf eine deutsche Steuerschuld (Einkommensteuer) anrechenbar sind. Diese 15% mindern also Ihre Steuerschuld in Deutschland – allerdings auch nur, wenn Sie auch wirklich Einkommensteuer zahlen. Wenn nicht, sind die 15% verloren.

      Sie sollten also auf jeden Fall einen Lohnsteuer-Jahresausgleich (Steuererklärung) beim Finanzamt machen. Dann werden diese 15% auch vom Finanzamt berücksichtigt.

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