Unendliche Dax Rallye oder kommt doch noch die Korrektur?

Die Börse  ist keine Einbahnstraße, so lautet eine alte Börsenregel. Doch leider können sich daran nur noch die Älteren erinnern. Immer höher klimmt der Dax und so manchem wird dann doch mulmig: „Wie weit geht es noch?“ fragen sich viele Marktteilnehmer und vor allem auch die, die noch unentschlossen an der Seitenlinie mit den Hufen scharren. Nur ein kleines bisschen, dann kann man doch nochmal nachordern. Ey und es gibt doch jede Menge Wolken am Horizont: Trumps Nordkorea Rhetorik, Amerikas Abschottung und die anstehenden Wahlen in Deutschland und möglicherweise auch Italien. Wen das noch kalt lässt, den lässt dann vielleicht der Boden der Tatsachen nachdenklich werden: Die DAX Rallye dauert bereits seit 2009, also satte 9 Jahre und vom Startpunkt bei knapp 3.700 Punkten aus hat sich der Dax mal fast vervierfacht….

Zum Glück ist wenigstens auf die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken noch Verlass – noch. Denn auch hier gibt es warnende Stimmen. So hat die Fed bereits angedeutet, dass die Inflation deutlicher anziehen könnte, als vermutet und auch bei der EZB werden die ausufernden Anleihekäufe mit Argusaugen beobachtet. Auch in Europa zieht die Inflation an und so dürfte die Zeit des billigen Geldes gezählt sein. Also, warum sollte man jetzt noch Aktien kaufen? Zumal die Dividendensaison langsam ihre Pforten schließt und die Saure-Gurken Zeit namens Sommerloch bereits in nicht allzu weiter Ferne winkt. Zeit für eine Korrektur? Vielleicht mal was Großes, ein reinigendes Gewitter etwa?

Charttechnik mahnt zur Vorsicht

Korrektur Gefahr beim DAX

Dem DAX droht eine Korrektur – zu weit sind die Kurse gelaufen. Richtige Gefahr dürfte aber nicht zu erwarten sein.

Unser DAX pendelt inzwischen um seinen Rekordstand hin und her und sobald er mal 300 Punkte davon entfernt ist, wird wieder zugegriffen. Konsolidierung heißt das wohl, bringt uns aber nicht wirklich weiter. Denn aus dem Mischmasch lässt sich weder Freude, noch Aufbruchsstimmung lesen Wer glaubt denn wirklich, dass die Gewinne der Unternehmen weiter steigen und  damit deren Börsenwert? Zu heiß gelaufen ist der Markt und so könnte es durchaus mal in Richtung 12.200 Punkte im DAX gehen. 12.200 – immer noch komfortabel und doch gefährlich, denn dort wird es dann entscheidend. Rutscht der DAX unter 12.000 Punkte, dürfte Dynamik in den Markt kommen.  Dann werden nämlich die nervös, die gerade erst gekauft haben – nicht die, die schon vor Jahren bei wesentlich niedrigeren Kursen eingestiegen sind.

Richtig tief sollte es aber nicht gehen

Genau darum wird eine Korrektur auch nicht besonders weit Richtung Süden gehen. Spätestens, wenn die kurzfristigen Spekulanten ausgestiegen sind kommt wieder die Zeit der ruhigen Hände zum Einstieg. Privatanleger und auch Investmentprofis jedenfalls sind aktuell nicht gerade voll investiert- auch das spricht gegen einen richtigen Crash. Im Prinzip ist aber eine Korrektur auch nichts schlimmes, bekommt man dann neben Unternehmen mit viel heißer Luft auch jene Kerngesunde mit krisenresistenten Geschäftsmodellen. Um diese Unternehmen dann günstig einsammeln zu können, schadet es nicht aktuell in der Pendelphase ein bisschen Cash aufzubauen.

Foto: Toni Mihailov/freeimages.com

 

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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