Technologie Blase voraus – von wegen!

Ein Billion Dollar, also 1.000 Milliarden oder ausgeschrieben  1.000.000.000.000: Apple hat das geschafft, was vorher noch nie einem Unternehmen gelungen ist: Den Börsenwert auf diese gigantische Zahl gesteigert. Um einen Marktwert von 1 Billion Dollar zu erreichen, müsste man hierzulande schon 15 DAX Konzerne zusammenlegen. Dabei könnte diese Marke durchaus in nächster Zeit erneut fallen, z.B. durch die google Mutter Alphabet oder Amazon.

Techtitel als riskant eingestuft

Apple Store in Hamburg

Marktkapitalisierung von Apple durchbricht die Schallmauer von einer Billion Dollar

Seit geraumer Zeit geistern zwar allerorten Warnzeichen durch die Gazetten, dass die Techtitel gerade aus den USA komplett jede Bodenhaftung verloren haben und wie zur Bestätigung rauscht dann vor ein paar Wochen die facebook Aktie historisch in den Keller. Vorsichtige Anleger ziehen daraufhin massenhaft Geld aus Techfonds ab und sichern sich lieber stattliche Kursgewinne. Niemand will bei einer zweiten Dotcom Blase dabei sein. Doch der Ausverkauf der Techies blieb aus – stattdessen berappelt sich facebook und Apple erklimmt den Börsenolymp. Wie kann das sein?

Das, was auf den ersten Blick wie eine Blase aussieht, ist auf den zweiten Blick aber gar nicht so unlogisch. Im Vergleich zum Dotcom Wahnsinn handelt es sich bei den neuen Techunternehmen nämlich nicht um aufgeblasene Bauchplatscher, sondern um Unternehmen, die Geld verdienen und Cash generieren – und das im großen Stil: in gerade mal 3 Monaten verbuchte Apple z.B. 11,5 Milliarden Dollar Gewinn. Wer so viel pro Quartal in den Geldspeicher legt, der weiß irgendwann auch nicht mehr, wohin mit der Knete. Gleichzeitig nähert sich das KGV einem moderaten Niveau an. Bei Apple sind das gerade mal 19 – nicht zu viel für einen Techkonzern, zumal viele Firmen aus der Old Economy mittlerweile höher bewertet sind.

Selbst Strafzahlungen fallen kaum ins Gewicht

Bei solchen Gewinnen relativieren sich selbst Rekord Strafen, wie z.B. die 5 Milliarden, die jüngst die EU an google verhängt hat. Unterm Strich blieben dann doch nochmal 3,2 Milliarden in den Konzernkassen hängen. Nicht viel schlechter steht es übrigens auch um Amazon oder facebook. Auch deren Gewinne sprudeln und daher verbietet es sich die Techunternehmen von heute mit den Bauchplatschern der 2000er Jahre vergleichen zu wollen. Mehr noch: diese Unternehmen spielen alle in Zukunftsmärkten, bzw. gestalten diese, sodass nicht zu befürchten ist, dass die Casflows in absehbarer Zeit extremst einbrechen werden. Wem allerdings die Bewertungen der US Technologieunternehmen zu weit fortgeschritten sind, kann sich ja mal bei der Konkurrenz aus dem Reich der Mitte umsehen. Sie erwirtschaften ähnliche fette Gewinne und stehen meist erst noch vor dem Sprung nach Westen. Der allerdings wird dann für die etablierten Unternehmen wiederum eine Heerausforderung werden – aber Konkurrenz belebt ja schließlich das Geschäft. Auch und besonders im Technologiebereich!

Foto: boersenblog.biz

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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