Retten Sie Erspartes vor Inflation und Niedrigzinsen

So langsam ist die Krise auch in Deutschland angekommen. Zugegebenerweise nicht mit Strassenschlachten oder Demonstrationen, sondern eher durch die Hintertür. Und nun fürchten die Deutschen um ihr Erspartes und verabschieden sich von Rendite, indem sie komplett auf den sicheren Hafen, wie Staatsanleihen setzen. Vermögenserhalt steht also vor Rendite und doch genau daher wird die Kaufkraft des Vermögens durch die Inflation immer geringer. Man verliert also faktisch Geld.

Euro Geldscheine

Euro Geldscheine

Ideal sind also Geldanlagen mit Zinsen, die nicht durch  Inflation und Steuern geschmälert werden und darüber hinaus auch noch sicher sind. Zu schön um wahr zu sein?

Viele Anleger streben momentan  nicht einmal eine Rendite an, sondern sind schon mit dem Kapitalerhalt zufrieden. Diese Sicherheit nutzt zur Zeit die Bundesrepublik Deutschland mit ihren Staatsanleihen aus. Diese haben schon lange keinen Zinskupon mehr und werden zeitweise zu über 100 % an den Mann gebracht. Anleger zahlen also Geld, damit die der Bund ihr Geld verwaltet. Was das bringen soll, darüber macht man sich erstmal keine Gedanken.

Dabei ist es realistisch, dass bei der Geldmenge die die EZB in den Markt pumpt, die durchschnittliche Inflationsrate in den nächsten Jahren Werte von 4 bis 5 Prozent erreichen wird. Hält man da die Rendite seines Sparbuchs oder eben seiner  Bundesanleihe mit Nullkupon verliert man locker 4 Prozent Kaufkraft.

Kapitalerhalt ist was anderes

Auch im Hinblick auf die zu erwartenden Volatilität sind meiner Ansicht nach Aktien allererste Wahl. Seit über 30 Jahren gab es keine ähnlich attraktiven Qualitätsaktien wie zur Zeit. Deren Dividenden schlagen auf dem heutigen Niveau jedes Sparbuch, jede Staatsanleihe und jedes Rentenpapier. Und Unternehmen, die global aufgestellt sind, wie Siemens, Total, Novartis oder Danone werden auch nach einer Eurokrise ihre Produkte – in welcher Währung auch immer – an den Mann bringen. Dabei kann man auch die  zu erwartende Schwankung bei Aktien einkalkulieren.

Wie erkenne ich Qualitätsaktienß

Zunächst sollte ein Unternehmen seine Umsätze global generieren und seine Bilanz im Griff haben. Das heißt, dass das Unternehmen nicht bereits mit Bilanztricksereien aufgefallen sein darf. Gut ist außerdem, wenn die Produkte ein hohes Alleinstellungsmerkmal besitzen, also nicht gleich von chinesischen Plagiaten überschwemmt werden können. Und etwas Cash in der Kasse hat auch noch niemandem geschadet. Wenn das Unternehmen jetzt noch in einem einigermaßen politisch stabilen Wirtschaftsraum angesiedelt ist, dann sollte man mal einen Blick darauf riskieren.

Ganz entscheidend ist dann aber auch, dass eine stabile jährliche Dividende fließt. Diese sollte sich am Unternehmensgewinn orientieren und nicht, wie etwa bei der Deutschen Telekom aus dem Cahflow generiert werden. Mehr als 60 Prozent des Gewinns auszuschütten ist ebenfalls ein Warnsignal.

Wichtige Kennzahlen zur Aktienauswahl

Dividendenrendite: Sie gibt an, wie hoch die Dividendenzahlung geteilt durch den Aktienkurs ist. Dabei gilt die Formel

Dividende mal 100
Börsenkurs

Daraus liest ein Anleger, wie stark eine Aktienanlage verzinst wird. Achtung: Für aussagekräftige Berechungen wird oft nicht die letzte gezahlte, sondern die künftig erwartete Ausschüttung herangezogen. Da diese aber noch nicht fest steht, können bei einer Verschlechterung der Lage hohe Dividendenrenditen auch plötzlich zusammenschrumpfen.

Die Ausschüttungsquote gibt an, wie groß der Anteil am Jahresüberschuss ist, den das Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Bei geringer Ausschüttung, sind  keine üppigen Dividendenzahlungen zu erwarten. Fällt die Ausschüttung dagegen sehr hoch aus, bleibt dem Unternehmen in schlechten Zeiten wenig Puffer. Im schlimmsten Falle ist die Dividendenzahlung ist nicht einmal durch ausreichende Gewinne aus dem laufenden Geschäft gedeckt. So schüttet die Telekom mehr Geld aus, als sie unterm Strich verdient.

Fonds als Alternative

Wichtig bei der Geldanlage ist auch die Streuung. Nach dem Motto „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ verfahren dabei auch Investmentfonds. Zwar  fällt die Rendite eines Fonds möglicherweise im Vergleich zur Aktie geringer aus, die  Schwankungsbreite ist dabei aber eben auch nicht so gross. Es gibt viele Fonds, aber ein Investment in einen seit Jahren erfolgreichen Fonds, wie einen global aufgestellten Bluechip Fonds,  sollte sich am Ende auszahlen. Bei Spezialitätenfonds hingegen braucht man gute Nerven.

Und was ist mit ETF?

Ein Exchange-traded fund (börsengehandelter Fonds) ist ebenfalls ein Investmentfonds, der aber meist passiv verwaltet wird. ETF-Anteile verbriefen genau wie normale Investmentfonds-Anteile einen anteiligen Besitz an einem Sondervermögen. Man sollte aber bei einem ETF genau hinschauen, was er abbildet. Wenn Sie eine ETF auf den DAX kaufen sind da eben nicht nur die Unternehmen mit einer guten Performance drin, sondern auch die Verlustbringer, wie Commerzbank oder Metro.

Interessant sind aber wiederum dividendenstarke ETFs. Die sind sicher auch in den nächsten Jahren eine interessante Anlageklasse.

Foto: boersenblog.biz

 

 

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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