Zinsen statt Dividende – geht nicht? Geht doch!

Auf der Suche nach Rendite sind Aktien erste Wahl – hört man Land auf Land ab. Zinsen gibt es eh keine und so müssen Dividendentitel ins Depot, mit allen Risiken aber auch Chancen. Aber ist das wirklich richtig, gibt es keine entspanntere Art auf ein paar Prozent Rendite ohne auf Aktien oder Banken aus dem Ausland zu setzen?

Zinsen auf Deutsche Telekom plus mögliche Kurssteigerung

Die deutsche Telekom gilt als einer der renditeträchtigsten Werte im Dax. Satte 66 Cent will das Unternehmen dieses Jahr ausschütten und das entspricht nach dem Kursrückgang der letzten Monate immerhin knapp 5 %. Nicht schlecht und doch ist der Chart angeschlagen. Tiefere Kurse sind durchaus denkbar. Wäre doch schön, wenn man diese 5% auch entspannter kassieren könnte. Kann man auch.

Denn schaut man sich etwas im Zertifikate Angebot um, so entdeckt man ein Kuponzertifikat der Deutschen Bank auf die Telekom mit einem festen Zins von 5 € / Schein (WKN: DB2G0K). Dieser Zins wird immer um den 18./19.10. eines Jahres ausgezahlt. Bedingung: Das Papier muss an einem Tag der vorherigen 12 Monat mindestens auf oder über 10,37 € geschlossen haben.  Das hat es und schwuppdiewupp sind die 5 € für die Auszahlung am 19.10.2018 schon mal sicher.

Expresszertifikat mit Chance auf vorzeitige Tilgung

Das ist aber nicht alles, was diesen Schein so interessant macht. Jedes Zertifikat hat nämlich einen Nennwert von 100 € zu dem der Schein getilgt werden kann. Aktuell notiert der Schein mit gerade mal 93,60 € stolze 5,40 € unter Rückkaufswert. Bei einem Rückkauf durch die Deutsche Bank bekäme man also 100 € für 93,60 €. Wann aber kauft die Bank den Schein zurück? Das passiert, wenn die Telekomaktie am Bewertungstag im Oktober auf oder über der Schwelle von 15,96 € notiert.

Schließt die Aktie aber unter den 15,96 € verlängert sich die Laufzeit wiederum um 12 Monate inkl. der 5 % Zinsen. Allerdings nicht endlos, sondern im Oktober 2020 ist Schluss. Dann wird der Schein sogar getilgt, wenn er auf oder über 10,13 € notiert. Das könnte die Aktie nun wirklich schaffen, auf diesem Niveau stand die Aktie zuletzt 2014.

Das Risiko ist also durchaus geringer, als bei einem Direktinvestment in die Aktie, aber es ist da. Denn ab dem Rutsch unter die knapp 10 € im Oktober 2020 tragen die Anleger die vollen Kursverluste. Auch bei einer Pleite der Deutschen Bank wäre das Engagement durch das Emittenten Risiko gegeben. Wer also befürchtet, dass die Bank Pleite geht, sollte keine Zertifikate von ihr kaufen. Die wären im Zweifel dann wertlos.

Für alle anderen ist der Schein durchaus mal eine Überlegung wert! Rechtlich Verbindlich sind natürlich nur die Daten des Emittenten !

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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