Peanuts 2.0? Die Deutsche Bank ist noch lange nicht über den Berg

Es sieht vermeintlich gut aus für die Deutsche Bank Aktie. Statt 14 Milliarden Euro Strafzahlung für Geschäfte mit faulen Hypothekenpapieren in den USA ist nun NUR noch 5,4 Milliarden die Rede.  Was für eine Erleichterung. Auch beim Silberpreis haben die Deutschbanker gemauschelt und kommen dafür mit 38 Millionen vergleichsweise glimpflich davon.  38 Millionen sind im Vergleich zur drohenden  Hypothekenstrafe fast ein Schnäppchen und so machte die Aktie dann auch gleich einen Satz nach oben. Hat man doch mit den 38 Millionen einen Rechtstreit weniger am Hals.

Ist das die Wende bei der Deutschen Bank Aktie?

Der Satz nach oben ist ein Hüpfer im Keller – nichts anderes. Denn  immer noch warten weltweit noch über 7.000 Verfahren auf die Deutsche Bank. Einer davon wäre also erledigt. Aber ist das schon die Wende? Wahrscheinlich nicht und die Kellerdecke ist meist niedrig. Also Vorsicht, damit Sie sich den Kopf nicht stoßen, denn die Summe aller anhängigen Verfahren dürften nun wahrlich keine Peanuts für das Bankhaus darstellen. Zwar hat die Bank Rückstellungen von 5,2 Milliarden Euro gebildet, das aber würde auch nur für den US-Hypothekenvergleich ausreichen. Weitere Verfehlungen dürften ähnlich teuer werden.  Verstöße gegen das US Embargo im Iran, Manipulationen bei Italo Bonds, Geldwäsche in Russland oder Schummelsoftware beim Devisenhandel: Die Liste ist lang und die Deutsche Bank wird weiterhin mächtig unter Druck bleiben.

Es wird dauern, bis die Altlasten  bereinigt sind

Um alle Kosten für Verfahren abdecken zu können, ist bei der Deutschen Dank immer wieder eine Kapitalerhöhung im Gespräch. Noch weist das der Vorstandvorsitzende John Cryan weit von sich. Noch. Realistisch gesehen dürfte die Aktie wahrscheinlich auch beim Rekordtief von 9,90 € im September den Boden noch nicht gesehen haben. Einen Einstieg halte ich für zu riskant.

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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