Ein Weg aus der Zinsfalle – Kapitalisierungsprodukte der Versicherungen

Sparzinsen sind auf Rekordtief – das ist soweit nichts neues. Neu ist allerdings, dass es trotz der mickrigen Minizinschen noch verborgene Zinsangebote gibt und zwar nicht nur Lockangebote der Autobanken und ausländischer Kreditinstitute.

Keine Rendite durch mickrige Zinsen

Durch mickrige Zinsen droht Kaufkraftverlust fürs Ersparte.

Seit fast  fünf Jahren reduziert die europäische Notenbank EZB ihren Leitzins. Die älteren unter uns werden sich mit Tränen in den Augen daran erinnern, daß man auf Spareinlagen schon mal mehr als 0,5 % Zinsen bekam.   Vor knapp 5 Jahren waren das mal über 4 Prozent,  noch früher gab es sogar 6 und mehr Prozent. Doch diese Zeiten sind lange vorbei und ob sie angesichts der Eurokrise nochmal wieder kommen? Mehr als fraglich.

Wahrscheinlicher ist da sogar noch eine Senkung auf 0%. Was dem Aktienmarkt Auftrieb gibt ärgert den Sparer, wird sein Vermögen doch kaufkraftmäßig immer kleiner. Mit einem Tagesgeld Zinssatz von zum Teil nur noch 0,1 Prozent ist wirklich keiner mehr hinterm Ofen herzulocken, ganz zu schweigen vom Sparbuch. Hier zermürben  Zinsen im zweiten Nachkommabereich.

Konsum statt Sparen

Die Entwicklung ist logisch: Die Sparquote ist auf nur noch zehn Prozent des verfügbaren Einkommens gesunken, die Leute konsumieren lieber, statt ihrem Geld beim Schmelzen zuzusehen.  Als Retter in der Not preisen sich nun Onlinebanken an und locken mit Zinsen weit über Marktniveau. Leider haben diese Angebote den Nachteil, dass sie meist nur für einen beschränkten Zeitraum gelten und nur für Neukunden. Wer also kontinuierlich sein Geld mit Zinsen mehren, bzw. erhalten  will, muss ständig die Bank wechseln. Wer das nicht möchte guckt eben in die Röhre. Oder doch nicht? Es gibt nämlich eine noch recht unbekannte Möglichkeit namens Kapitalisierungsprodukt.

Versicherer versprechen höhere Zinsen

Versicherer wie Cosmos direkt, Hannoversche oder Ergo haben nämlich ein Problem. Wird eine Altersvorsorge fällig, ziehen die Kunden das Kapital meist ab und legen es bei Banken wieder an. Und ist das Geld erst mal abgezogen ist es für den Versicherer meist perdu. Um aber das Geld weiterhin im eigenen Haus halten zu können, müssen sich die Versicherer was einfallen lassen. Mit marktüblichen Zinsen können Versicherungen aber nicht gegen die Konkurrenz anstinken. Also hauen sie nicht einen Schnaps, sondern eher ne Schippe drauf. Cosmos direkt bietet beispielsweise mit seinem Produkt Tagesgeld Plus 1,45 % Zinsen, also mal eben das dreifache von dem, was man sonst so bekommt. Ist Ergo direkt mit 1% noch recht knausrig, rufen Hannoversche Leben (1,3%) oder die LV 1871 (1,25%) deutlich höhere Zinsen auf. Zwar ist das Angebot primär für Bestandskunden gedacht, doch auch Neukunden können vom hohen Zinssatz profitieren.

Und im Gegensatz zu den Offerten von ausländischen Banken sind die Versicherungsangebote nicht laufzeitgebunden und durch die deutsche Einlagensicherung auch wesentlich höher geschützt.

Foto: boersenblog.biz

Kristian Kretschmann

beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Wirtschaft und wurde schnell Fan von Aktien, Aktienfonds und sonstigen Alternativen zum Sparbuch. Auf www.boersenblog.biz veröffentlicht er seine Gedanken zu interessanten Unternehmen, deren Aktien, sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das alles aber immer subjektiv und daher gilt: Alle Inhalte dienen nur zur Unterhaltung und stellen keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzmarktinstrumenten dar. Gemäß §34b WpHG weise ich darauf hin, dass der Autor dieses Blogs Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen hält oder halten könnte und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Erklärung von in diesem Artikel gebrauchter Börsenbegriffe.

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